Nachmittag mit „Dino Max" und vielen Informationen für junge Diabetiker und ihre Eltern

Der 14. saarländische Kinder- und Jugenddiabetikertag in der Marienhausklinik St. Josef Kohlhof fand regen Zuspruch

Organisatoren, Referenten und Gäste, gemeinsam mit dem saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans beim 14. Kinder- und Jugenddiabetikertag (aoe)

24.09.2018

Neunkirchen. Es war einiges los Anfang September in der Marienhausklinik St. Josef Kohlhof: Über hundert Besucher – Kinder und ihre Eltern – waren der Einladung des Diabetikerbundes im Saarland und des Diabetes Netzwerk Saar e.V. zum 14. Kinder- und Jugenddiabetikertag gefolgt. Gemeinsam mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin hatten sie ein buntes Programm vorbereitet, das sowohl den jungen Diabetikern als auch ihren Eltern einen informativen, abwechslungsreichen und unterhaltsamen Nachmittag bescherte.

Wichtiger Gast des Nachmittages war Ministerpräsident Tobias Hans, der auch die Schirmherrschaft übernommen hatte. In seiner Begrüßungsansprache unterstrich er, die Bedeutung von Inklusion und Teilhabe der Kinder mit Diabetes Typ 1 in Kindergarten oder Schule. Voraussetzung sei neben einer medizinisch optimalen Versorgung (stationär und ambulant) die Hilfe und Unterstützung durch ein entsprechendes Netzwerk. Dabei richtete er seinen Dank an die anwesenden Selbsthilfegruppen, die es mit großem Engagement und einer wunderbaren Arbeit mit ermöglichen, dass diese Kinder und Jugendlichen trotz ihrer Erkrankung beispielsweise an (Sport -) Veranstaltungen, und Ausflügen teilnehmen können. Beim anschließenden Rundgang kam er mit den Eltern ins Gespräch und informierte sich bei den Fachausstellern über die neuesten Hilfsmittel für das Diabetesmanagement.

Wichtige Informationen hielt Frau Dr. Stefanie Kölling in ihrem anschließenden Vortrag bereit. Sie erläuterte, wie man geschickt und sicher beim Sport oder auf Reisen auf Veränderungen beim Insulinbedarf reagiert, damit trotz körperlicher Anstrengung oder Zeitverschiebungen der Blutzucker im Gleichgewicht bleibt. Diese sogenannte Basalrate kann nämlich je nach Bedarf variiert werden.

Mutmacher des Tages war zweifelsohne Ivo Rettig. Der junge Mann, Ende zwanzig, der trotz seiner Diabeteserkrankung, die bei ihm im Alter von 14 Jahren diagnostiziert wurde, viel in der Welt herumgereist ist und war sportlich immer sehr aktiv. Er erzählte mit großer Begeisterung von seinen Erlebnissen in Südafrika, Südamerika und Neuseeland, und dass er sich hin und wieder durch falschen Ehrgeiz in schwierige oder gar gefährliche Situationen gebracht hat. Doch er hat gelernt sich Fehler einzugestehen und sich realistische Ziele zu stecken. Er hat sich nie unterkriegen lassen und er appellierte an die Kinder und ihre Eltern, den Diabetes anzunehmen als Teil des Lebens. „Heute packe ich meinen Diabetes gedanklich wie einen ungebetenen Wandergast in meinen Rucksack ein und nehme ihn mit“, meinte er augenzwinkernd. Und er ermutigte Kinder und Eltern, dass auch mit kleinen Schritten im Umgang mit der Krankheit eine große, positive Wirkung erzielt werden kann.

In den Pausen sorgten Max, der kleine Dino und sein Begleiter Thorsten Kremer für musikalische „Mitmach-Unterhaltung“. Die Kinder waren mit Gesang, Tanz und Musizieren aktiv in ein fröhliches Miteinander eingebunden. (aoe)