Aus der Vernunftheirat ist eine Liebesbeziehung geworden

Im Januar 2011 sind die Kinderklinik Kohlhof und das St. Josef-Krankenhaus in den Neubau umgezogen – wie das damals war und wie sich die Marienhausklinik St. Josef Kohlhof entwickelt hat (von Heribert Frieling)

Dr. Ernst Konrad heute, der ein Foto von sich von vor zehn Jahren in den Händen hält, als er den Umzug federführend organisierte.

01.04.2021

Das Wetter hätte deutlich besser sein können. Es war nasskalt, es schneite und die Langenstrichstraße war nicht gestreut, wie sich Dr. Ernst-Peter Mues, damals Ärztlicher Direktor des St. Josef-Krankenhauses, erinnert. Geklappt hat der Umzug auf den Kohlhof im Januar 2011 trotzdem erstaunlich gut und reibungslos. Oder verdrängt man rückblickend gerne all das, was nicht so gut gelaufen ist? Egal. All die lieben Menschen in Neunkirchen, mit denen ich mich über den Umzug und was daraus geworden ist, unterhalten habe, erklären unisono, welch organisatorische und logistische Meisterleistung alle Beteiligten damals erbracht haben. Schließlich sind innerhalb von nur zwei Tagen das St. Josef-Krankenhaus aus der besagten Langenstrichstraße im Herzen von Neunkirchen und die Kinderklinik, die bereits seit vielen Jahren auf dem Kohlhof angesiedelt war, in den Neubau umgezogen.

 

Der Verbund mit der Kinderklinik und der gemeinsame Neubau auf dem Kohlhof war für St. Josef die einzige Chance zu überleben, sind sich Hygienefachkraft Manfred Schüler und der chirurgische Oberarzt Dr. Rüdiger Schmitz einig. Dabei war die Übernahme der bis dato vom Landkreis Neunkirchen getragenen Kinderklinik Kohlhof und des Ottweiler Krankenhauses durch die Marienhaus GmbH politisch durchaus umstritten, insbesondere (wen wundert’s) die Gewerkschaft Verdi machte Stimmung gegen die Übernahme durch einen kirchlichen Träger. Was natürlich dafür sorgte, dass manch einer diesem Zusammenschluss reserviert, skeptisch oder gar ablehnend gegenüberstand.

 

Trotzdem war die Zeit des Umzugs auch eine der Freude, weil bei vielen eine große Aufbruchsstimmung herrschte, wie Seelsorgerin Martina Paulus erzählt. Denn wann hat man schon einmal die Chance, einen Neubau zu beziehen, den man als Mitarbeiterin und Mitarbeiter mit hat planen können? Ein Haus der kurzen Wege, das mit seiner Struktur Arbeitsabläufe und Prozesse erleichtert. Neben Aufbruchsstimmung gab es allerdings auch viel Trauer und Wehmut, schließlich mussten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ihrem alten Haus für immer Abschied nehmen. – Die Stimmung, so Martina Paulus, war also schon recht ambivalent.

 

Wie groß die Belastung in den letzten Tagen vor dem Umzug war, daran erinnert sich Dr. Ernst Konrad noch sehr gut. Auf den Schultern des Chefarztes der Anästhesie und denen der langjährigen Pflegedirektorin Stefanie Conrad, die das gesamte Neubauprojekt federführend vorantrieb, lastete damals die Organisation des Umzugs. Am 2. Januar habe noch kein einziges Telefon im Haus funktioniert, beschreibt Ernst Konrad die Situation. Die gesamte Medizintechnik und insbesondere die Gerätschaften auf der Inten-sivstation einzurichten und anzuschließen, das sei unter enormem zeitlichen Druck geschehen. Dass es dennoch gelungen sei, sei eine Gemeinschaftsleistung gewesen. „Alle wollten den Erfolg“, sagt Konrad, und hebt neben dem Direktorium die beiden damaligen Ärztlichen Direktoren Dr. Mues und Prof. Schofer namentlich hervor.

 

Dass die Fusion keine Liebes-, sondern eine Vernunftheirat war, das liegt auf der Hand. Da wurde fein säuberlich in Ihr und Wir unterschieden, wie sich Frank Kiehl erinnert. Er hatte auf dem Kohlhof sein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht und kehrte 2011 als stellvertretender Pflegedirektor des St. Josef-Krankenhauses auf den Kohlhof zurück. Zwei Kulturen zusammenzuführen, das sei eine Herkulesaufgabe gewesen. Dass es in vergleichsweise kurzer Zeit gelungen sei, sei das große Verdienst des Direktoriums. In der Marienhausklinik St. Josef Kohlhof sei „eine neue Kultur gewachsen, die keine Unterschiede macht“. – Das sehen durchaus auch die anderen so. Oder, wie es Dr. Rüdiger Schmitz sagt: „Aus der Vernunftheirat ist eine Liebesbeziehung geworden“.

 

Halt, Stopp. Der Beitrag wäre nicht komplett, ohne in diesem Zusammenhang das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) zu erwähnen. Das ist allerdings nicht schon im Januar 2011, sondern erst im September 2013 in sein neues Domizil umgezogen. Vorübergehend waren Dr. Reiner Hasmann, der Ärztliche Leiter, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ihre jungen Patientinnen und Patienten in Container untergebracht.

 

Das SPZ sei immer schon eigenständig gewesen, schildern Reiner Hasmann und Stationsleiter Peter Vuk. Man könne auch davon sprechen, dass es das fünftes Rad am Wagen der Kinderklinik gewesen sei. Deshalb sei der neue Kohlhof, der auch über eine Innere Medizin, eine Unfallchirurgie und Gynäkologie verfügt, für das SPZ „eine echte Bereicherung“. (hf)

 

 

 

 

 

Marienhausklinik St. Josef Kohlhof

Klinikweg 1-5
66539 Neunkirchen
Telefon:06821 363-0
Telefax:06821 363-2600
Internet:http://www.marienhausklinik-st-josef-kohlhof.de

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