„Denn nur gemeinsam ist man stark!“

Beim Vorlesenachmittag in der Marienhausklink St. Josef Kohlhof stellten Paula Kaufmann und Martin Moses vom Albert-Magnus-Gymnasium, St. Ingbert ein gemeinsames Schulprojekt vor. – Selbstgenähte Bären und eine Geschichte für Kinder mit aktuellem gesellschaftlichem Hintergrund hatten sie als Geschenk mitgebracht

Im Beisein der neuen Krankenhausoberin Beate Leonhard-Kaul gestalteten Paula Kaufmann und Martin Moses vom Albert-Magnus-Gymnasium St. Ingbert einen besonderen Vorlesenachmittag in der Marienhausklinik St. Josef Kohlhof: Eine von Paula Kaufmann geschriebene und illustrierte Bären-Geschichte in Buchform, über Vorurteile und deren Überwindung, wurde von den beiden Schülern vorgetragen und anschließend selbstgenähte Plüschbären an die Kinder der Station verteilt. (Foto: aoe)

03.09.2019

Neunkirchen. Gespannt hängen die Kinder auf der Station Neuropädiatrie / Palliativeinheit der Marienhausklinik an den Lippen von Paula Kaufmann (Sprecherin) und Martin Moses (Erzähler) und lauschen aufmerksam der Geschichte, die die beiden eigens für diesen Nachmittag vorbereitet haben: Der kleine Fuchs Magnus muss mit seiner Familie fliehen – vor dem wachsenden Industriegebiet der Menschen, das ihnen nach und nach den Lebensraum nimmt. Alle Tiere gewähren den Füchsen Zuflucht und Schutz, so auch die Bären, bei denen Magnus mit seiner Familie unterkommt. Aber einige der Bären haben Vorurteile gegenüber den andersartigen Vierbeinern, was der kleine Fuchs sehr bald zu spüren bekommt. Zum Glück jedoch sind da die Bärenzwillinge Albärtus und Albärta, mit denen Magnus schnell Freundschaft schließt. Gemeinsam gelingt es ihnen, auch die Zweifler davon zu überzeugen, dass man immer füreinander da sein soll – egal woher man kommt. Und so entsteht eine neue Tier-Gemeinschaft, die so stark ist, dass es gelingt, nicht nur den Brand des Bärenkrankenhauses zu löschen, sondern auch eine neue Klinik – für alle Tiere! -  zu bauen! Soweit die Geschichte.

Paula Kaufmann und Martin Moses sind Schüler der 11. Klasse des Albert-Magnus-Gymnasiums in St. Ingbert. Beide belegten in ihrem jeweiligen Seminarfach ein soziales Projekt, bei dem es im Wesentlichen um „Service Learning und Armut“ gehen sollte. Gemeinsam haben sie sich entschieden, etwas für Kinder im Krankenhaus zu tun. Ihnen kam die Idee, einen Bären zu kreieren, der den Namen ihres Schulpatrons tragen sollte – „Albärtus“ und der - zunächst – den kranken Kindern geschenkt werden sollte. „Die Ideen sprudelten und schienen nicht enden zu wollen“, so Paula Kaufman. „Am Anfang standen 50 Plüschbären auf dem Programm, am Ende hatten wir noch eine Geschichte mit dem Plüschbären als Helden!“

Aber der Weg dahin war nicht ganz einfach. Zunächst einmal wurde ein Prototyp des Bären genäht, mit dem die beiden loszogen, um Spenden für ihr Projekt zu sammeln. So konnte das Material für die niedlichen Stofftiere gekauft werden. Während Paula die Geschichte von Füchslein Magnus und seinen Freunden den Bärenzwillingen schrieb und auch die Illustrationen selbst malte (sie liebt das Schreiben und hat bereits beim diesjährigen „Wortsegelwettbewerb“ den 3. Preis mit einer Ballade, „Wir Könige von morgen“, gewonnen), kümmerte sich Martin um die Fertigung der Bären. „Mit der Zeit spürten wir, wieviel Arbeit wir uns auferlegt hatten, aber dank der Unterstützung - vor allem unserer Eltern – konnten wir das Projekt stemmen“, erzählt Martin und schmunzelt. „In gewisser Weise haben auch wir erfahren, wie gut und wie stark man ist, wenn man sich gegenseitig hilft“.

Mit dem Vorlesenachmittag ist es für Paula und Martin allerdings noch nicht getan. Bis zum Herbst müssen sie eine Facharbeit über ihr Projekt und den Vorlesenachmittag am Kohlhof schreiben und diese vor der Klasse präsentieren. „Das sollte uns keine Probleme bereiten - gemeinsam ist man eben stark!“, sind sich die beiden einig. (aoe)

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