„Da braucht es eine Oberin wie Sie, die mit beiden Beinen fest im Leben steht“

Beate Leonhard-Kaul (2. von links) und ihre Vorgängerin Christel Müller (2. von rechts) zusammen mit Maria Heine und Dr. Klaus-Peter Reimund. Foto: hf

03.09.2019

Beate Leonhard-Kaul als Oberin der Kliniken in Neunkirchen und Ottweiler herzlich willkommen geheißen

Neunkirchen. Christel Müller habe eine glückliche Hand bewiesen, als sie sie als ihre Nachfolgerin als Oberin der Marienhausklinik St. Josef Kohlhof und der Marienhausklinik Ottweiler vorgeschlagen habe. Und bereits nach wenigen Wochen, so betonte es Pflegedirektorin Stefanie Conrad in ihren Begrüßungsworten, sei sie an beiden Standorten in ihrer neuen Rolle angekommen. Beate Leonhard-Kaul, von der hier die Rede ist, sei nämlich den Menschen zugewandt und stehe für Werte ein, auch in schwierigen Zeiten. – Ende August wurde Beate Leonhard-Kaul feierlich als neue Oberin der Schwesterkrankenhäuser in Neunkirchen und Ottweiler in ihr Amt eingeführt. Und obwohl es eigentlich gar nicht auf der Tagesordnung stand, widmeten sich alle Redner zunächst ihrer Vorgängerin Christel Müller, die Ende Juni in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist.

Sie war, daran erinnerte Geschäftsführer Dr. Klaus-Peter Reimund, eine gefragte Frau. Ob Stations- und Pflegedienstleitung oder Krankenhausoberin – für keine dieser Aufgaben habe sich Christel Müller je beworben. Man habe sie vielmehr gefragt – weil sie Ihre Arbeit gut und weitsichtig gemacht habe und weil man ihr die neue Aufgabe einfach zutraute. Und Christel Müller habe diese neuen Herausforderungen stets angenommen und souverän gemeistert.

Das, so Reimund weiter, mache einen gelassen und selbstbewusst zugleich, aber nicht pflegeleicht. Das aber gehöre sich auch nicht für eine Oberin. Christel Müller habe mit ihrer Meinung nie hinterm Berg gehalten. Und sie habe die Fragen gestellt, die kein anderer stellt oder sich zu stellen traut. So sei sie immer für die Menschen da gewesen – als Anwältin für Patientinnen und Patienten und deren Angehörige, vor allem aber für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die berühmten Fußstapfen, in die Beate Leonhard-Kaul tritt, sind groß. Aber das hat sie Gott sei Dank nicht davon abgehalten, die Aufgaben der Krankenhausoberin in Neunkirchen und Ottweiler zu übernehmen. Sie hat Kinderkrankenpflege gelernt – und zwar auf dem Kohlhof, um dann im November 1986 auf der Neugeborenenstation im St. Josef-Krankenhaus anzufangen. Beate Leonhard-Kaul hat eine Ausbildung zur Still- und Laktationsberaterin absolviert und am St. Josef-Krankenhaus die Elternschule mit aufgebaut, hat in der Stillambulanz und parallel bei einem ambulanten Kinderpflegedienst gearbeitet. Und irgendwann im Jahre 2005 fragte Christel Müller sie, ob sie es sich vorstellen könne, im Ambulanten Hospiz mitzuarbeiten und einen ambulanten Kinderhospizdienst mit aufzubauen.

Beate Leonhard-Kaul musste nicht lange überlegen, bereits im April 2006 ging der ambulante Kinderhospizdienst an den Start. Zusammen mit ihren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat sie dafür gekämpft, dass die Familien trotz der schweren Erkrankung eines ihrer Kinder Lebensqualität und Lebensfreude behalten. Daneben hat sie gezielt die Trauerarbeit aufgebaut. Diese Arbeit, die sie als gelebte Christlichkeit versteht, will sie auch auf alle Fälle fortsetzen.

Beate Leonhard-Kaul ist, so formulierte es Maria Heine vom Vorstand der Marienhaus Stiftung, „prädestiniert für die Aufgaben einer Krankenhausoberin“. Denn sie begleite seit vielen Jahren Menschen auf ihrem Weg, möge der auch noch so beschwerlich sein, und gehe wertschätzend mit ihnen um. Sie begreife das Leben als Geschenk, für das man täglich dankbar sein sollte und das man gestalten dürfe; sie schaue positiv gelassen nach vorne und habe dabei immer ein gutes Wort für Ihre Mitmenschen.

Momentan erlebt das gesamte Gesundheitswesen, aber auch die Marienhaus Unternehmensgruppe aufregende, ja stürmische Zeiten. Das führt bei Mitarbeitern zu Verunsicherung und schürt Ängste. Da braucht es, so Klaus-Peter Reimund, in den Einrichtungen vor Ort gestandene Männer und Frauen, die das Schiff durch die raue See navigieren und auf Kurs halten, die den Menschen Vertrauen und Sicherheit geben. „Da braucht es eine Oberin wie Sie, liebe Frau Leonhard-Kaul, die mit beiden Beinen fest im Leben steht; die es gelernt hat, Menschen auch auf schweren Wegen zu begleiten; die das tut mit der nötigen Empathie und aus einem tiefen Glauben heraus, der einem auch die nötige Gelassenheit gibt“.