Teilhaben am Leben und Leiden der Menschen

Das Ambulante Hospiz St. Josef Neunkirchen feierte sein 15-jähriges Bestehen

Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ambulanten Hospizes St. Josef Neunkirchen. Foto: hf

07.11.2017

Neunkirchen. Es war damals ein absolutes Wagnis. Mit Petra Hohnsbein als einziger Hospizfachkraft (und das auch nur mit einer halben Stelle) und drei ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen (zwei von ihnen sind heute noch dabei) „ist unser Start-up 2002 an den Start gegangen“, erinnerte sich Christel Müller. Heute sind es sechs haupt- und 54 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die es sich zum Ziel gesetzt haben, unheilbar Kranke in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten und ihnen und ihren Angehörigen und Freunden Trost und Hilfe zu sein. Mit seiner Arbeit, so die Oberin der Marienhausklinik St. Josef Kohlhof, hat sich das Ambulante Hospiz St. Josef in der Palliativ- und Hospizversorgung in der Stadt und im Landkreis Neunkirchen unverzichtbar gemacht. „Sie tun jeden Tag Ihren Dienst mit viel Herzblut, großem Engagement und hoher Sensibilität“, sparte Christel Müller bei der Feierstunde, mit der Mitte Oktober das 15-jährige Bestehen des Ambulanten Hospizes St. Josef gefeiert wurde, nicht mit Lob.

Dabei hat sie selbst in all diesen Jahren „das Hospiz mit großem Herzen begleitet“ und dazu beigetragen, dass es eine Erfolgsgeschichte geworden ist, hob Christoph Drolshagen hervor. Der Leiter der Marienhaus Hospize betonte in seinem Grußwort, dass Neunkirchen ein gutes Beispiel für gelingende vernetzte Arbeit sei. Das Ambulante Hospiz St. Josef habe neben der SAPV (also der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung) weiterhin seinen festen Platz.

Das hängt sicherlich auch ein Stück damit zusammen, dass das Ambulante Hospiz St. Josef von einer breiten Allianz von Kooperationspartnern getragen wird. Neben der Marienhausklinik St. Josef Kohlhof sind dies das St. Jakobus-Hospiz in Saarbrücken, die Katholische Erwachsenenbildung in der Region Saarbrücken, der Caritasverband für die Region Schaumburg-Blies und (er ist 2003 dazu gekommen) der Landkreis Neunkirchen. So stellte denn auch Landrat Sören Mang fest, dass „das ambulante Hospiz unser Leben bereichert hat“. Und Paul Herrlein, der Geschäftsführer des Jakobus-Hospizes, nannte als die drei Erfolgsfaktoren die palliative Expertise der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, die Trauerarbeit und die Öffentlichkeitsarbeit. „Ein Glück, dass es Sie gibt“, unterstrich Herrlein seine Wertschätzung für das Ambulante Hospiz St. Josef.

In den 15 Jahren seines Bestehens hat das Ambulante Hospiz, so Petra Hohnsbein, mehr als 1.700 schwerstkranke und sterbende Menschen begleitet und ihre Angehörigen unterstützt. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien die wichtigste Säule des Hospizes. „Ihr stellt den Menschen in die Mitte, seid hellhörig und nehmt Euch Zeit“, so Petra Hohnsbein. Deshalb „vertrauen Euch die Menschen und lassen Euch teilhaben an ihrem Leben und ihrem Leid“. (Text: hf)