„Ich sehe mich gegenüber allen Kindern und Jugendlichen in der Verantwortung“

17.07.2015

Dr. Ghiath Shamdeen ist neuer Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin – Prof. Dr. Otto Schofer wird am 22. Juli feierlich in den Ruhestand verabschiedet

„Meine Frau und ich, wir hatten beide Heimweh nach dem Saarland“, sagt Dr. Ghiath Shamdeen und lacht. Es war aber natürlich auch der gute Ruf der Kinderklinik auf dem Kohlhof, der Ghiath Shamdeen nicht lange hat zögern lassen, als er das Angebot bekam, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin in der Marienhausklinik St. Josef Kohlhof zu werden. Anfang Juli hat er diese neue Aufgabe übernommen und ist damit Nachfolger von Prof. Dr. Otto Schofer, der mehr als 22 Jahre Chefarzt der Kinderklinik war und Ende Juni in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist. Mit einem Festakt am 22. Juli wird Prof. Schofer feierlich verabschiedet.

Ghiath Shamdeen stammt gebürtig aus Syrien. In der Hauptstadt Damaskus ist er aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat Medizin studiert. Nach dem Examen 1988 und dem Militärdienst arbeitete er als Allgemeinmediziner in einem Flüchtlingslager. Seine ärztliche Weiterbildung, so erzählt der 50-Jährige, habe er auf alle Fälle im Ausland machen wollen. Ein Onkel, der in der Nähe von Saarbrücken lebt, knüpfte für ihn Kontakte zur Universität des Saarlandes in Homburg. Ohne ein Wort Deutsch zu können, aber mit der Zusage, als Gastarzt in Homburg arbeiten zu können, kam Ghiath Shamdeen 1992 in die Bundesrepublik, lernte am Studienkolleg in Saarbrücken Deutsch und begann im April 1993 in Homburg seine Facharztausbildung in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

Nach der Facharztausbildung wurde Ghiath Shamdeen 2001 Oberarzt an der Universitätsklinik des Saarlandes und blieb dies fast zehn Jahre. Im April 2011 wurde er Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums Bad Hersfeld. Aber (siehe oben) die Verbundenheit mit dem Saarland hat die fünfköpfige Familie nach gut vier Jahren zurück in die  alte Heimat geführt.

Seine Schwerpunkte sind die Neonatologie und die Neuropädiatrie. Während sich die Neonatologie um die Frühgeborenen kümmert, geht es in der Neuropädiatrie um die Behandlung von Störungen und Erkrankungen des Nervensystems von Kindern und Jugendlichen. Das kann aus den unterschiedlichsten Gründen verändert oder geschädigt sein. Aber, so sagt Dr. Shamdeen, „ich versuche den Eltern immer wieder zu vermitteln, dass ihr Kind ihnen trotz aller Beeinträchtigung und Handicaps viel Freude machen wird.“

Mit den Eltern und den Kindern und Jugendlichen zu reden, das hält Ghiath Shamdeen für ganz entscheidend. Schließlich ist die Medizin kein klassischer Reparaturbetrieb. Und er ist überzeugt, dass „die Art, wie wir mit ihnen reden“, den Patienten auch bei der Bewältigung ihrer Krankheit helfen kann. Das gilt natürlich nicht zuletzt auch für die vielen chronisch kranken Kinder und Jugendlichen, die regelmäßig in die Klinik kommen.

Die Kinder- und Jugendmedizin am Kohlhof ist gut aufgestellt und deckt ein überaus breites Spektrum ab. Die Neuropädiatrie will Dr. Shamdeen auf Sicht gleichwohl weiter ausbauen. Wobei er gleich klarstellt: „Ich sehe mich gegenüber allen Kindern und Jugendlichen in der Verantwortung“.

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